Montag, 13. August 2007

Von Cassowarys und Wasserfällen

Heute in Cairns angekommen haben wir das leise Gefühl, wir müssen uns vorher in Mission Beach in einer Schlechtwetter-Zeitschleife befunden haben. Hier ist das bombigste Wetter mit Sonne bis zum Abwinken und Hitze pur. Na also, geht doch!

Gestern Morgen sind wir gemütlich nach dem obligatorischen Marathon aus Bett zusammenbauen, Frühstück auf- du wieder abbauen, Tisch, Stühle und anderes Zeugs einpacken recht pünktlich am Vormittag losgekommen. Die Strecke nach Cairns haben wir über die Atherton Tablelands gewählt. In dieser Gegend gibt es mehrere Regenwald-Naturparks, Wasserfälle und seltene und gleichsam seltsame Tiere. Zum Beispiel die (oder den?) Cassowary, einen mannsgroßen Vogel mit blauem Kopf, Hals und Beinen, dicken Klauen und ner dicken Hornplatte mitten aufm Schädel. Vor diesen straußengroßen Hühnchen wird im Lonely Planet gewarnt, weil sie wohl ein territorial aufbrausendes Gemüt haben. Die schlechte Laune macht so einem Vieh touristisch aber auch nicht viel schlechter, denn es gibt die nur dort und darum isses eben trotzdem was ganz tolles.
Wir haben uns drei verschiedene tropische Wasserfälle angesehen und haben einen Riesenmarsch durch den Regenwald zu einem Flusstal hingelegt und es war echt mal wieder unglaublich! Auch unglaublich anstrengend ;-) aber das gehört beim Wandern in Australien wohl irgendwie dazu *schwitz*!
Leider hatten wir nicht das Glück eins der Riesenhühner zu treffen – oder eben grade das Glück es nicht zu tun – nur Cassowary-Warnschilder haben wir massig gesehen. Auch die durch Verkehrschilder angekündigten Baumkängurus haben ihren Weg unbemerkt an uns vorbei gefunden. Kein Wunder, gibt es doch wirklich „Hängebrücken“ für die australische Flora auf denen alle Tiere geordnet und sicher über die Straße klettern können!
Wir werden aber ganz sicher noch einmal zu den Tablelands zurückfahren da die Naturparks dort wirklich überwältigend schön gewesen sind und wir noch einmal länger dort bleiben möchten und vielleicht sehn wir ja dann noch welche.

Geschlafen haben wir am Lake Tinaroo, einem großen Stausee in einem State Park. Der Platz, den wir uns dieses Mal zum wilden Campen ausgesucht hatten, versprach mit dem Namen Platapus Ground (also Schnabeltier) ein Mekka der seltsamen Tiere zu sein. Und genauso war es dann nachts! Ich habe mehrfach definitiv gehört oder zumindest fest daran geglaubt, dass wir vierbeinigen „Besuch“ IM Van hatten obwohl der ganze Tierzirkus wohl wirklich nur in unsern Radkästen stattgefunden hat – ein gefundener Spielplatz für Possums und andere Nachtturner. Natürlich wollte ich mit meiner Sorge nicht allein bleiben und so hat der arme Maik genauso wenig Schlaf bekommen wir ich. Am nächsten Morgen wurden wir von einem Schwarm weißer Kakadus geweckt, die um uns herum unter lautem Krächzen ihre Morgengymnastik genossen haben. Maik`s Beschreibung der Situation war in dem Moment zwar eher eine „Horde wildgewordener Mistvieher kreischt uns wach“ aber so seltsam es sich nun auch anhören mag: is schon toll mit so viel echter Natur um einen rum!

Samstag, 11. August 2007

Hippie Park

Aufgrund der nassen Wetterlage haben wir beschlossen länger in Mission Beach zu bleiben unds hier auszusitzen. Wandern bei Regen ist ja schließlich nicht so der Hit. Zu diesem Zweck haben wir gestern unseren Stellplatz gewechselt, denn direkt vor unserem Luxus-Campingplatz, auf den wir zu meinem B-Day gezogen waren, haben wir eine bunte Siedlung aus ausrangierten Bussen, Armeefahrzeugen und wild zusammengeschusterten Campervans direkt am Strand entdeckt. Die Bewohner alle im Einklang mit Mutter Natur, Geist oder zusätzlichen spirituellen Einflüssen. Und nett sind sie… vor allem nett anzuschauen!

Herr über dieses Camper-Chaos ist ein rundlicher Mid-Sechziger, dem Zähne und Zahnfleisch in eine stetig lächelnde Masse verschmolzen sind. Er scheint zusammen mit seinen zwei massiv fettleibigen, räudigen Hunden in einer ganz anderen friedlichen Sphäre zu schweben, ist aber trotzdem zeitweilig ansprechbar und gibt sich dann alle Mühe in jeder Hinsicht hilfsbereit zu sein. Bei der Erkundigung nach dem Wetterbericht im Radio zog er es allerdings vor, wirre eigene Wetterprognosen zu erstellen und konkrete Fakten besser für sich zu behalten – vielleicht hatte er aber auch nur während des Antwortens die Frage bereits vergessen.
Hinter seinem völlig von Kletterplanzen überwucherten Rezeptions-Zelt sieht es aus als würde direkt der Dschungel beginnen. Und was für ein Kraut er dort anbaut, darüber lässt sein glücklich verklärter Blick auch keine Zweifel offen.

Welchen Zweck dieser Platz ursprünglich einmal erfüllt hat, können wir nur spekulieren, jedenfalls stehen wir nun mitten auf einem ausgedienten Tennisplatz (wer´s genau wissen will: zwischen Mittel- und Außenlinie) und auf den alten Scheinwerfern am Rand des Platzes sitzen dicke, braune Kokabooras und lachen uns zu jeder Tageszeit freundlich an.
(Für alle die`s nicht wissen ein kleiner Infoteil: Der Ruf dieser Vögel hört sich an wie eine Mischung aus Affengeschrei und Gelächter).

Donnerstag, 9. August 2007

Ein Jahr älter am Mission Beach

Nun so ein Jahr vor der 30 feiert es sich noch ganz unbeschwert ;-) Vielen Dank für Eure lieben Glückwünsche per SMS, Telefon und Email. Ich hab mich echt sehr darüber gefreut!
Auch an meinem B-Day war es noch immer recht nass. Aber es gab windige und trockene Phasen und abends hat der Regen hat nicht groß gestört, denn unser Van war mit Büchern, ordentlich Schoki, Kerzen und Wein urgemütlich. Trotzdem freu ich mich im nächsten Jahr wieder mit Euch zusammen feiern zu können und dann auf die dicke, fette Drei anzustoßen ;-)

Mittwoch, 8. August 2007

Jourama Wasserfälle und der Big Creek

Mit unserem neuen Klimaanlagenspielzeug im Van verließen wir ganz happy Townsville und sind gen Norden in Richtung des tropischen Regenwaldes gefahren. Leider konnten wir das neue Kältewunder im Auto nicht lange ausprobieren, denn der REGENwald hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Es ist einfach nass um uns herum! Mal Sprühregen, dann dicke tropische Tropfen, Regen mit Seitenwind oder auch leise plätschernder Regen. Zum Glück gibt es aber auch immer wieder Unterbrechungen vom Nass und so haben wir uns die Jourama Falls und den Big Creek (einen Flusslauf im Urwald) einigermaßen trocken anschauen können.

Der Weg zu den Falls war sehr australisch, also ein fast nicht erkennbar ausgezeichnetes Kletterabenteuer über Stock, Stein und Flussbett. Am Aussichtspunkt angekommen genießt man den Ausblick dafür dann umso mehr und erinnert sich nicht nur wegen der schmerzenden Muskeln auch die nächsten Tage noch lebhaft an den Ausflug.

Dienstag, 7. August 2007

Wie geht es Euch in GER???

Wir moechten uns zwischendrin nur mal kurz fuer die Emails mit den Updates ueber Leben, Liebe und Jobs in good old Germany bedanken! Wir finden wenig Zeit auf alles einzeln zu antworten aber freuen uns sehr, sehr, sehr ueber jede einzelne Zeile und alle Nachrichten aus der Heimat!!! Also bitte weiter so ...und mehr davon ;-) Was ist so los... und was nicht? Wir bekommen ja nix mit hier am anderen Ende der Welt.

Aktuell freuen wir uns ganz besonders darueber, dass der gute Pippo am 4 September zu uns ruebergeflogen kommt um drei Wochen lang mit uns mitzureisen und uns dann alle Details bruehwarm erzaehlen kann... und auch er kann sich freuen, da wir ihm seit heute sogar eine funktionierende Aircon an Bord bieten koennen!

Morgen geht's weiter Richtung Cairns - wahrscheinlich stoppen wir noch zwischendrin in einem der Nationalparks und ganz sicher am Mission Beach. Aber das koennt ihr dann ja spaeter nachlesen...

Samstag, 4. August 2007

Tschoe Wueste und Hallo Kueste!

Staubig war's in der Wueste, heiss am Tag, eiskalt nachts, knochentrocken sowieso und ... trotzdem ganz, ganz toll!
Aber nun hatten wir uns auch wirklich wieder sehr auf das Meer gefreut, auf Staedte - Zivilisation ueberhaupt - Menschen!
Und bereits unsere erste Nacht in Queensland hat uns gezeigt, dass hier doch andere Bedingungen auf uns warten, denn das Auto war morgens von der Luftfeuchtigkeit klitschnass und Nebel stieg in dicken Schwaden aus den Wiesen un dem kleinen Creek neben dem wir geschlummert hatten. Hier sind wir nun also.. im Land der Krokodile, Quallen und - wie ein Schild uns erklaert hat - der aggro KLeinvoegel.

Unser erster Stopp ist Townsville, eine "richtige" Stadt - nach der Weite und Einsamkeit in der Wueste schon fast ein kleiner Kulturschock fuer uns ;) Hier bleieben wir jetzt noch bis zum Dienstag, denn dann bekommt unser kleiner Bus seine versprochene Klimaanlage reinoperiert. Danach geht es dann in gaaaanz kleinen Schritten die Kueste hoch Richtung Cairns und Cape Tribulation. Aber bloss keine langen Strecken mehr... von der Fahrerei haben wir jetzt naemlich erst einmal genug (das ist auch der Grund warum Darwin leider aus unserer Route gestrichen wurde - die Entfernungen hier sind wirklich einfach zu hart.)